Faire Arbeitsbedingungen

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen EZA organisieren wir ein internationales Symposium zum Thema "Faire Arbeitsbedingungen - die europäische Säule für soziale Rechte als Grundlage für einen neuen Sozialpartnerkonsens", am 10. und 11. Mai 2019, im Bildungshaus Lichtenburg in Nals.

Gewerkschaften und Arbeitnehmerorganisationen sind gemeinsam mit den Unternehmen und den Unternehmerverbänden dazu aufgerufen, das europäische Modell des sozialen Ausgleichs weiterzuentwickeln und Lösungen für das digitale Zeitalter zu erarbeiten. Die allgemeine Formulierung der Zielsetzungen für den sozialen Ausgleich in diesem EU-Dokument und die Gegenüberstellung von Interessen der Arbeitgeber und der ArbeitnehmerInnen belegt, dass es nicht um die Fortschreibung erworbener Rechte und Ansprüche geht, sondern um die Anbahnung eines neuen Aushandlungsprozesses, der vom Betrieb bis zur regionalen, staatlichen und zur europäischen Ebene alle Kontexte umfasst, auf denen die Konfliktsituation Arbeit-Kapital in ihren heutigen Ausformungen zutage tritt. Alles ist offen. Gewachsene soziale Schutzsysteme scheinen obsolet und werden nicht anerkannt. Fairness ist in Ermangelung durchsetzungsfähiger Fürsprecher ein Ansatz, um die Seite des Kapitals dazu zu bewegen, aus eigener überzeugter ethischer Wertverortung und pragmatischer Beurteilung der Schieflage zwischen Kapital und Arbeit Schritte zu setzen, die Gerechtigkeitssinn, Wertschätzung und Gemeinwesenverpflichtung zum Ausdruck bringen. Auf der Tagung werden VertreterInnen von Unternehmerverbänden, Gewerkschaften, anderen Arbeitnehmerorganisationen und ExpertInnen konkrete Ansätze, Strategien und Forderungen vorstellen, wie Fairness als Richtschnur für sozialen Ausgleich im Betrieb, in den Tarifregelungen und in den Arbeitsbeziehungen dekliniert werden kann. Es werden zahlreiche Gelegenheiten benötigt, um hierfür passende Normierungsschlüssel zu erarbeiten. Die Tagung dient insofern als Denkwerkstatt und als Gelegenheit zum internationalen Austausch zu den Erfahrungen mit der Deregulierung in den einzelnen Ländern und zu den Versuchen, der Entsolidarisierung der Gesellschaft entgegenzusteuern.

Das genaue Programm ist in Ausarbeitung

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen EZA und mit Unterstützung der Europäischen Union.